Sonntag, den 10. Mai 2020, 16.00 Uhr, Rittersaal
Johann Eustach von Westernach - Eine Karriere im Deutschen Orden
Ein Vortrag von Winfried Kießling im Rahmen der Rieser Kulturtage
Mit der Buchpräsentation
„Schloss Kapfenburg – Vom Deutschordensschloss zur Musikschulakademie“

Wenn es um Schloss Kapfenburg und den Deutschen Orden geht, ist der Winfried Kießling ein echter Experte. Mehrere Bücher hat er bereits rund um die spannende Geschichte veröffentlicht, zuletzt arbeitete er mit der Stiftung Schloss Kapfenburg an einem neuen Schlossführer. Dabei kam dem Historiker die Idee, den wohl bekanntesten Ordensritter der Kapfenburg zu würdigen – Johann Eustach von Westernach. Im Zuge der Recherchen für den Vortrag ist Kießling auf viele neue und bislang unbekannte Informationen über den Komtur gestoßen. Neues rund um die Geschichte von Schloss Kapfenburg findet sich auch im Schlossführer „Schloss Kapfenburg – Vom Deutschordensschloss zur Musikschulakademie“, der im Rahmen des Vortrags der Öffentlichkeit präsentiert wird.

In Kooperation mit
Verein Rieser Kulturtage e.V.

Eintritt frei        

Es besteht die Möglichkeit, vor der Veranstaltung an einer öffentlichen Schlossführung teilzunehmen. Beginn ist 14.30 Uhr, Treffpunkt unterer Torbogen.

Johann Eustach von Westernach (1545-1627)
Aus einer niederadeligen Familie im fränkisch-schwäbischen Raum stammend, trat Johann Eustach von Westernach im Alter von 21 Jahren in den Deutschen Orden ein. Seine Laufbahn begann 1567 als Küchenmeister in Ellingen. Von 1571 bis 1579 war er Trappier in Frankfurt-Sachsenhausen, 1580 wurde er Hauskomtur in Ellingen. Von hier berief ihn der Hochmeister nach Mergentheim und betraute von Westernach mit dem Amt eines Statthalters für das Reichsstift Fulda. Zu dieser Zeit suchte auch der Hochadel für seine nachgeborenen Angehörigen lukrative Versorgungsposten. So bewarb sich der dritte Sohn des Kaisers, Maximilian, Erzherzog von Österreich, als Koadjutor des Hochmeisters. Doch statt als Kontrollorgan zu wirken, schloss sich von Westernach voll den Führungsansprüchen des Habsburgers an. Dafür ernannte dieser ihn 1588 zum Statthalter in Mergentheim, außerdem erhielt er 1590 zusätzlich die Kommende Kapfenburg als Komtur. Hier entfaltete von Westernach sofort eine rege Bautätigkeit, die mittelalterliche Bergfeste wurde in eine repräsentative Residenz umgewandelt. Bis zu seinem Lebensende behielt er die Kommende Kapfenburg bei, wirkte aber auch im kaiserlichen Auftrag als Reichskommissär in vielfältigen Reichsangelegenheiten. Innerhalb des Ordens wurde er 1611 Ratsgebietiger, 1617 Statthalter und 1618 Landkomtur der Ballei Franken. 1625 wählte man den nun 80-jährigen Ordensritter als Platzhalter für den noch minderjährigen Erzherzog Leopold von Österreich zum Hochmeister. Am 25. Oktober 1627 starb von Westernach, am 29. Dezember wurde er in der Gruft der Hochmeister in Mergentheim bestattet.