„Zimt und Koriander“ – mit Slow Food im Kino am Kocher
Am 24. Februar lud das Slow Food Convivium Ostalb-Limpurger Land zu dem Film „Zimt und Koriander“ ins Kino am Kocher ein. Dabei kamen die kulinarischen Genüsse nicht zu kurz: Die heimische Alblinse wurde ebenso verkostet wie das traditionelle Musmehl. Mit der Bewahrung regionaler Köstlichkeiten setzt sich die Slow Food Bewegung für eine gute, saubere und faire Produktion von Lebensmitteln ein. Im Mittelpunkt steht außerdem der bewusste Genuss.
Aalen. „Slow Food ist die Gegenbewegung zu Fast Food“, so Jan Lugtenburg vom Convivium Ostalb-Limpurger Land bei seiner Begrüßungsrede im ausverkauften Kino am Kocher. Seit der Gründung von Slow Food in den 80er Jahren in Italien haben sich überall auf der Welt sogenannten Convivien, „Tafelrunden“, gegründet – so auch auf der Ostalb. Gemeinsames Ziel ist die Pflege der Ess- und Trinkkultur. Davon konnte man sich schon vor der Filmvorführung überzeugen. Die Conviviumsmitglieder boten selbst gemachten Grünkernaufstrich auf frischem Baguette und ein Glas Schaumwein aus Champagner Bratbirne als Willkommensgruß an.
Mit einem derart eingestimmten Gaumen, war „Zimt und Koriander“ ein weiterer Genuss. In dem griechischen Film geht es – natürlich – ums Essen und um die eigentümliche Kraft von Gewürzen. Der Protagonist Fanis entpuppt sich dabei schon als 7-jähriger als Kochgenie.
Ihre Kochkünste bewiesen die Conviviumsmitglieder auch nach dem Film. Gereicht wurden eine Kartoffelterrine aus Bamberger Hörnla sowie Salat aus Alblinsen und Walnüssen. Als Nachtisch gab es Musmehl, ebenfalls eine traditionelle Spezialität aus der Region.
Besonders die Alblinse erobert sich in den letzten Jahren wieder einen Platz in den hiesigen Küchen. Die schwäbische Alb ist seit alters her ein Linsenanbaugebiet. Angeregt durch Erzählungen der alten Bauern, baute der Landwirt Woldemar Mammel aus Lauterach 1985 die Alblinse erstmals wieder an. Da die Sorte verschwunden war, arbeitete er mit Saatgut aus Italien und Frankreich. 2006 wurden die alten Sorten jedoch in der Wawilow-Genbank in St. Petersburg wieder entdeckt und sorgfältig vermehrt um sie erneut auf der Alb zu beheimaten. Nun steigt die Nachfrage ständig und man kann sie mittlerweile z.B. beim Regionalvertrieb Bullinger kaufen. Außerdem ist sie fester Passagier der „Arche des Geschmacks“ – ein Slow Food Projekt zum Schutz wertvoller regionaler Lebensmittel.
Die weltweite Vereinigung Slow Food besteht aus ca. 80 000 Mitgliedern und setzt sich für das bewusste Genießen, aber auch für eine verantwortliche Landwirtschaft und Fischerei sowie eine artgerechte Viehzucht ein. Dafür sollen Produzenten, Händler und Verbraucher miteinander in Kontakt kommen. Ein guter Treffpunkt ist seit vier Jahren die Slow Food Messe in Stuttgart. In diesem Jahr findet sie vom 15. bis 18. April auf dem neuen Messegelände am Flughafen statt.
Das Convivium Ostalb-Limpurger Land trifft sich wieder am 07. April 2010, 19.00 Uhr bei der „Scheunenwirtin“ in Bartholomä. Anmeldungen bei Roland Gentner (Convivienleitung) unter Fon +49 7367 4166 oder per E-Mail an ostalb [at] slowfood [dot] de. Mehr Informationen zu Slow Food Projekten und Veranstaltungen sowie zu dem Convivium Ostalb-Limpurger Land gibt es auf www.slowfood.de.