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Die Geschichte vom Soldaten

Gerald Friese

Musik_für_Augen_und

Musik für Augen und Ohren mit Gerald Friese und Mitgliedern des Landesjugendorchesters Baden-Württemberg auf Schloss Kapfenburg

Die „Geschichte vom Soldaten“ ist ein in szenischen Bildern komponiertes Werk des jungen Igor Strawinsky. Es gilt als ein Schlüsselwerk des europäischen Expressionismus, eine genuine Verbindung von Musik und Sprechtheater. So setzt es der Schauspieler und Musikperformer Gerald Friese eindrucksvoll für Augen und Ohren um. Mitglieder des Landesjugendorchesters übernehmen den musikalischen Part.

Dumpfe Trommelschläge, verführerischer Geigenklang, ein Marsch, ein übermütiger Tanz. Zwischen solchen Elementen bewegt sich die Musik Strawinskys eng verbunden mit dem Text des Schweizer Dichters Charles Ferdinand Ramuz. Die Geschichte erzählt den Konflikt zwischen einem einfachen Soldaten, der im Besitz einer wertvollen Geige ist, und dem Teufel, der ihm die Geige – als Symbol seiner Seele – entreißen will. Gerhard Friese interpretiert jedes Wort in Gestik und Stimme, bringt eine Dynamik ein, die den Zuhörer und Zuschauer bis in den letzten Nerv anspannen lässt.

Der aus Hamburg stammende Friese besuchte die Schauspielschule in Stuttgart und war Gast am Staatstheater Stuttgart. Heute arbeitet er als Schauspieler, Literatur-Performer und Regisseur. Gerne spürt er Neues in der literarischen Landschaft auf und gibt oft neu übersetzten und bearbeiteten Texten ein musikalisches Gewand.

Die Musik, wie in der Originalfassung auf sieben Instrumente beschränkt (Geige, Kontrabass, Klarinette, Fagott, Trompete, Posaune und Schlagwerk), orientiert sich an kleinen musikalischen Alltagsformen: Militärmarsch, Tango, Walzer, Ragtime. Das Landesjugendorchester Baden-Württemberg ist als Talentschmiede bekannt, die nicht nur regelmäßig Nachwuchs für renommierte Orchester wie die Berliner oder Münchner Philharmoniker hervorbringt, sondern sich auch gerne dem musikalischen Experiment widmet. In der „Geschichte vom Soldaten“ haben junge Instrumentalisten ein spannendes Forum, um im kleinen Ensemble und zusammen mit der Sprache ein intensives Musikerlebnis wachzurufen.

„Warum soll man dann nicht auch mit den Augen den Bewegungen der Musiker folgen, den Armen etwa des Paukenschlägers, des Geigers, des Posaunenbläsers, da noch der visuelle Eindruck die Aufnahme durch das Ohr nur erleichtern kann“, das sagte Igor Strawinsky über „Die Geschichte vom Soldaten“.

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